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Portraits von ehrenamtlichen Helfern und Flüchtlingen

Das Thema Flüchtlinge bewegt viele. Doch wer sind die eherenamtlichen Helfer und was für Schicklsalsschläge habe die Flüchtlinge erlebt? Lesen Sie hier einige Beispiele, die wir in loser Folge veröffentlichen.

   

Immer aktiv – aber ungern im Rampenlicht
22.11.2016 16:08 (716 x gelesen)


Erika am HandyZwei Aussagen, die Erika Schmidt, gut beschreiben sind die, die sie selbst gern benutzt. Erstens: „Man kann doch nicht einfach weg gucken.“ Und zweitens sagt die patente Frau, die erst vor 2 Jahren nach Angermund gezogen ist: „Ohne die Hilfe anderer Menschen ist jeder einzelne auch von uns hilflos.“ Erika Schmidt ist im Team Kinderbetreuung aktiv und als ich das Team frage, wer mir am besten etwas über das Engagement dieser rund 15köpfigen Gruppe sagen kann, ist die Antwort unüberhörbar: Erika Schmidt.

Dabei steht die zierliche Frau so gar nicht gern im Rampenlicht. Im Hintergrund helfen – das ist ihre Mission. Verbindungen herstellen, Menschen zusammen bringen. Sie hört genau hin, denkt dann oft: „Moment mal, das können wir doch gebrauchen!“ Kürzlich zum Beispiel war es eine ganze Küche, die nun in eine Wohnung eingebaut wird, wo demnächst eine Flüchtlingsfamilie einziehen wird. Hier ein nicht mehr genutztes Fahrrad, dort die warme Winterjacke. Erika Schmidt vermittelt gern, wo Not am Mann, Frau oder Kind ist.

Ansprechpartnerin für Fragen aller Art

KinderbetreuungsgruppeMontags und mittwochs trifft man sie eigentlich immer im Welcome Cafe gegenüber der Evangelischen Kirche, dem zentralen Treffpunkt der Flüchtlingsfamilien. Hier sind auch andere Angermunder kontinuierlich im Einsatz – kochen Kaffee, spielen mit den Kindern, sind Ansprechpartner für Fragen aller Art. „Bei Bedarf helfen wir auch schon mal bei den Schularbeiten“, sagt Erika, die das von früher kennt, als sie in Kaiserswerth in der Hausaufgabenbetreuung des Tagesinternats tätig war. Kaum aus dem Berufsleben ausgeschieden, war Erika damals schnell wieder voll eingespannt.

Erika mit KindernEngagement ist ihr wichtig – für sie eine echte Pflicht, die sie gern erfüllt. Gelernt hat sie das insbesondere von ihrem Vater, den sie als sehr sozialen Menschen beschreibt. Als er leider viel zu früh stirbt – Erika war da gerade 16 Jahre alt – weiß sie: Ich möchte kranken oder schwächeren Menschen helfen. Ihre eigene Persönlichkeit stellt sie dafür gern hinten an.

Daheim in ihrer „guten Stube“ empfängt sie mich mit Kaffee und Plätzchen.

Wo bist Du geboren, wie aufgewachsen?

„In Mülheim an der Ruhr. Nach Handels- und Abendschule war ich ein Jahr als Au-Pair in der Schweiz. 1975 kam ich aus beruflichen Gründen nach Düsseldorf, seit 2014 lebe ich in Angermund.“

Was gefällt Dir in Angermund am besten?

„Der große Freizeitwert.“

Was machst Du am liebsten (Hobbies)?

„Ich habe immer viel Sport gemacht, z.B. über 20 Jahre Tennis gespielt. Auch heute noch mache ich Gymnastik und gehe schwimmen und walken. Und ich lese gern.“

Was hast Du gelernt?

„Nach meiner kaufmännischen Lehre war ich erst im Bank- und Versicherungswesen tätig bevor ich mich zur Chefsekretärin weitergebildet habe. Diese Position hatte ich dann in der Pharmaindustrie, außerdem war ich Assistentin verschiedener Ärzte in der pharmazeutischen Forschung der Human- und Veterinärmedizin.“

Wo liegen Deine Stärken, was kannst Du besonders gut?

„Ich kümmere mich mehr um andere als mich selbst, aber ob das jetzt eine Stärke oder Schwäche ist?“

Was wünschst Du Dir am allermeisten?

„In Angermund richtig Fuß zu fassen.“

Was macht Dich richtig traurig?

„Ich finde, es gibt generell in unserer Gesellschaft zu viel Egoismus und es fehlt fast überall an Respekt. Bei meiner Arbeit als Helferin hier vor Ort bemerke ich das auch: Einige der zu uns gekommenen Männer bringen uns Frauen zu wenig Respekt gegenüber, das ist wirklich schade. Als Frau hast Du keine Lobby und musst Dich ganz besonders anstrengen...“

Wenn Du frei entscheiden könntest, was würdest Du in puncto Integration anders machen, was wie verändern?

„Bezogen auf unsere Flüchtlingshilfe hier in Angermund ist es erst mal wunderbar, wie viele helfen. Und was wir bewirken können. Ich wünsche mir, wir könnten die zu uns Geflohenen noch mehr einbeziehen, gerade die jungen Männer, dann kommt da auch keiner auf krumme Gedanken, wenn er was zu tun hat. Aber wie? Wenn jemand eine Idee hat: Kommt auf uns zu, wir suchen zum Beispiel Praktikumsplätze. Kommt einfach ins Welcome Cafe direkt gegenüber der Ev. Kirche, wir sind sehr offen!“

Text: http://ohfamoos.com/blog-reisen-familie-kultur-buecher/redakteure/" target="_blank">Elke Tonscheidt


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