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Portraits von ehrenamtlichen Helfern und Flüchtlingen

Das Thema Flüchtlinge bewegt viele. Doch wer sind die eherenamtlichen Helfer und was für Schicklsalsschläge habe die Flüchtlinge erlebt? Lesen Sie hier einige Beispiele, die wir in loser Folge veröffentlichen.

   

Portraits : Die schnelle Michèle und das Logistik-Team
16.09.2016 19:59 (736 x gelesen)


Michèle HalderMichèle Halder ist nicht Michelle Halder. Die unterschiedliche Schreibweise des Vornamens verrät es. Etwas aber verbindet die beiden Frauen: Die Schnelligkeit. Bei einer Rennfahrerin selbstverständlich, vor allem wenn sie so prominent ist. Bei einer studierten Designerin nicht unbedingt. Aber wer das Tempo mitkriegt, mit dem Michèle Halder (Foto: Mitte) allein Fragen oder Mails beantwortet, dem kann schon mal schwindelig werden. Sicher kein Nachteil, wenn man, zusammen mit anderen, bei der Flüchtlingshilfe Angermund das rund 20köpfige Logistik-Team verantwortet...

 

Wer Michèle Halder kennenlernt, erfährt schnell ihre freundliche Verbindlichkeit. Ich hatte im Frühjahr meine Sachspenden fast noch in der Hand als mich ihr Angebot ereilt, ob ich im Team nicht mit machen möchte. Statt um Logistik kümmere ich mich jetzt gern mit um noch mehr Kommunikation. Und verstehe sofort, was sie meint, wenn sie die guten und schlechten Seiten eines Dorfcharakters anspricht. Denn bezogen auf die Flüchtlingshilfe heißt das zum einen: Das Dorf kümmerte sich schnell, angetrieben wie immer von guten Seelen, die lieber gleich handeln als nur reden wollten.

 

Zum anderen muss man zusehen, dass genau das dann auch bleibt: Der gute Zustand, die gute Stimmung. Schließlich geht es nicht nur ein paar Menschen; allein mehr als 50 Kinder aus verschiedenen Ländern sind in Angermund angekommen, brauchen Integrations- und Spielmöglichkeiten. Oder eben Sachspenden, um die sich Michèle Halder und ihr Team kümmern.

 

„Ohne das Team Logistik wäre meine Arbeit nicht zu machen.“

 

Team Logistik der Flüchtlingshilfe AngermundDie in Wuppertal geborene und in Kaarst aufgewachsene Frau, die viel in der Weltgeschichte herum gereist ist, macht das mit großem Elan. Schließlich glaubt sie von sich selbst, dass Menschen begeistern zu ihren Stärken gehört: Ihre zupackende Art hatte mir damals jedenfalls sofort gefallen. Ich dachte: Hier wirkt eine Frau an richtigem Ort. Fühlt sie das auch so? Sie hofft es, fügt aber gleich an: „Ohne das Team Logistik wäre meine Arbeit nicht zu machen.“ Sie betont ausdrücklich, wie wichtig die Arbeit des ganzen Teams ist. „Die Begeisterung jedes einzelnen macht unsere Arbeit aus“, sagt sie nochmals mit Nachdruck.

 

Traurig macht sie aber eins: Die „Kurzsichtigkeit von Menschen, die nicht begreifen wollen, dass nur gemeinsames Arbeiten die Gemeinschaft stärkt.“

 

Viel Arbeit für Michèle Halder und ihr Team. Inklusive dem ständigen Bemühen, immer wieder auf Menschen zuzugehen, Vorurteile auszuräumen und Ängste abzubauen. Bei mir bleibt in unserem Gespräch vor allem haften: Sie möchte um Verständnis werben für die zu uns geflohenen Menschen. Ihr Lieblingssatz lautet deshalb: „Stell Dich nur mal fünf Minuten in die Schuhe der anderen ...“ Und schon könne man fühlen, was sie fühlten.

 

Michèle Halder, was gefällt Dir in Angermund besonders? „Der Dorfcharakter mit allen guten und schlechten Seiten.“

 

„Was machst Du am liebsten (Hobbies)? „Lesen, Geschichten und Gedichte schreiben, Dekorationen entwerfen und herstellen, Arbeit für die Gemeinschaft und vieles mehr ...“

 

Was wünschst Du Dir am allermeisten? „Dass wir alle gemeinsam daran arbeiten, die Aufgabe, vor die uns die weltpolitische Situation stellt, bewältigen zu können. Ich bin froh für jedes Kind, das hier bei uns in relativer Sicherheit aufwachsen kann und danke allen ehrenamtlichen Mitarbeitern in Angermund für ihren ganz persönlichen Beitrag zu einem freundlichen Miteinander.“

 

Wenn Du frei entscheiden könntest, was würdest Du in puncto Integration anders machen, was wie verändern? „Die Bürokratie abkürzen.“

  

 

Last but not least: Nachdem das Sachspenden-Depot, direkt unterhalb des Welcome-Cafes in den letzten Monaten auf- und ausgebaut werden konnte, stellt dieses nun eine gute Grundlage dar, den Bedürfnissen auch in den nächsten Monaten gerecht zu werden. Patrick (Foto links), der das Team mit Michèle Halder führt, sagt dazu: „Bedingt durch die Fluktuation werden wir auch künftig regelmäßig neue Bewohner haben, die wir versorgen. Auch die Jahreszeiten werden für unterschiedliche Bedarfe sorgen. Es bleibt also genug zu tun. Gerne begrüßen wir neue Helfer bei uns: Wer ein paar Stunden die Woche erübrigen kann, in denen er gerne bei uns anpackt, ist herzlich eingeladen uns anzusprechen.“

 

Text: Elke Tonscheidt


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